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Die Geschichte der Orgeln der Stadtkirche

Die ursprüngliche Orgel von 1883

Die Langener Stadtkirche wurde am 26. August 1883 unter den Klängen einer Orgel eingeweiht, die die Orgelbauer Gebrüder Bernhard aus Gambach erbaut hatten. Es handelte sich um eine sogenannte Kegelladen-Orgel mit 28 Registern in der romantischen Zusammensetzung und Tongebung des damaligen Zeitgeschmacks.

Die Prospektpfeifen, die im 1. Weltkrieg abhanden gekommen waren (u. a. der Prinzipal 8' im Hauptwerk), wurden im Jahre 1923 durch Register der Firma Förster & Nicolaus, Lich, ersetzt. Die Gemeinde hatte zur Finanzierung eine Haussammlung durchgeführt und einen Teil der Abendmahlsgeräte verkauft (laut Inschrift im Inneren der Orgel).

Im Zuge der Gesamt-Innenrenovierung der Stadtkirche im Jahre 1959 wurde auch die Orgel von der Orgelbauanstalt Förster & Nicolaus gründlich gesäubert und technisch überholt. In den folgenden Jahren stellte es sich jedoch immer mehr heraus, dass alle weitergehenden Versuche zur dauernden Wiederherstellung oder gar zu einem Klangumbau der Orgel kostspieliges Stückwerk bleiben mussten.

Um 1960 urteilte man, die ursprüngliche Orgel habe eine langweilige und unschöne Disposition sowie eine schwerfällige Mechanik. Sie sei außerdem windstößig.

Die aktuelle Orgel von 1964

Auf Grund der zuvor geschilderten Gründe beschloss der Kirchenvorstand im Mai 1962, eine neue Orgel anzuschaffen. Das Gehäuse, das sich dem Stil der Stadtkirche harmonisch einfügt, konnte und sollte dabei erhalten bleiben. Nach sorgfältiger Prüfung aller Angebote erhielt das Orgelbauwerk Gebrüder Oberlinger, Windesheim bei Bad Kreuznach, am 9. Juli 1962 den Auftrag zum Bau einer neuen Orgel.

Ein kleiner Teil der alten Pfeifen (von 1883 wie von 1923) blieb erhalten. Von der alten Orgel der Gebrüder Bernhard (1883) blieben augenscheinlich ein Teil der Holzpfeifen erhalten, darauf weisen u. a. die Farbe der Pfeifen hin und die Tatsache, dass in der Rechnung des Orgelneubaus 1964 DM 3.000,- für „vorhandenes Material“ angerechnet wurden.

Endlich war es dann so weit: Obwohl die Intonierung noch nicht abgeschlossen war, konnte die neue Orgel am Sonntag Exaudi, den 10. Mai 1964, im festlichen Konfirmationsgottesdienst ihrer Bestimmung übergeben werden. Sie verfügt über drei Manuale und Pedal und hat 33 Register mit 2392 Pfeifen.

1997 stand erneut eine Innenrenovierung der Stadtkirche an, bei der die Orgel gereinigt und überholt wurde.

Immer häufiger auftretende Mängel an der inzwischen veralteten Registratur veranlasste den Kirchenvorstand im Herbst 2001, den Einbau einer Setzeranlage durch die Firma Gebrüder Oberlinger durchführen zu lassen. Im April und Mai 2002 wurden die Arbeiten durchgeführt. Seitdem besitzt die Orgel der Stadtkirche eine Setzeranlage mit 640 Kombinationen, einer setzbaren Tuttikombination, Sequenzschaltern und einem „Einfügen“- Schalter.

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